Do
10
Nov
2011
Was ist "Fracking"?
"Fracking" oder auch "Hydraulic Fracking" ist eine umstrittene Methode um Erdgas zu fördern, das zwischen Gesteinschichten eingeschlossen ist. Durch das Pumpen von Wasser und Chemikalien in die Tiefe, werden Risse erzeugt und stabilisiert, um so das Erdgas schneller und wirtschaftlicher an die Oberfläche zu befördern. Die Umweltprobleme wurden bisher ignoriert, doch das ändert sich jetzt.
Bisher wird die Methode nur sporadisch in Deutschland eingesetzt, vor allem in Niedersachsen. In Amerika gab es dagegen bereits massive Umweltprobleme (u.a. in Philadelphia) und der Widerstand der Bevölkerung wächst. Probleme bereiten vor allem die Chemikalien, die mit dem Wasser nach unten gepumpt werden. Gelangen sie in das Grundwasser (die Unternehmen haben bisher immer abgestritten, dass das passieren kann), gibt es Probleme mit dem Trinkwasser. Die Chemikalien sind krebserregend, gesundheitsschädigend und giftig. Zudem kann das Erdgas durch die entstandenen Risse auch ins Grundwasser gelangen und genau das ist in den USA bereits mehrfach passiert. Die Konzentration des Gases in den Wasserleitungen ist so hoch, dass sich das Wasser aus dem Wasserhahn mit einem Feuerzeug entflammen lässt. Mögliche gesundheitliche Folgen sind kaum untersucht, die Häuser in der Nähe dieser Bohrungen werden wertlos.
Frankreich verbietet "Fracking"
In den USA, wo die Energiekonzerne traditionnell eine sehr starke Lobby haben, hat bisher nur der Bundesstaat New York ein Moratorium auf neue Bohrungen erlassen. Aber auch in anderen Bundesstaaten gehen Menschen auf die Strasse. Frankreich hat binnen 2 Monaten im Anschluss an die Vorkomnisse in den USA ein Verbot für "Fracking" durch das Abgeordnetenhaus und den Senat gebracht.
Und Deutschland?
In Deutschland gab es bisher keine bekannten Umweltprobleme durch "Fracking", obschon diese Technik in Niedersachsen bereits eingesetzt wird. Die Gefahr ist aber allgegenwärtig, dass auch hier das passiert, was Menschen in den USA durchmachen.
Bisher ist es so, dass keine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig ist, um "Fracking" zu betreiben. Das wollen Grüne und SPD aber ändern. Widerstand gibt es dabei vom niedersächsischen Wirtschaftsminister Bode (FDP), der 18000 Arbeitsplätze gefährdet sieht. Auch auf Bundesebene konnte sich Umweltminister Röttgen (CDU) bisher nicht gegen das Wirtschaftsministerium (in der Hand der FDP) durchsetzen. Ausserdem müsste dringend festgelegt werden, dass die Konzerne ganz genau angeben, welche Chemikalien sie in den Boden pumpen. Es ist ein Skandal, dass das bisher nicht passiert ist.
Neuste wissenschaftliche Erkenntnisse haben ergeben, dass durch das "Fracking" eine Vielzahl kleiner Erdbeben auftreten können, die Risse an Häusern verursachen. Die Konzerne streiten einen Zusammenhang bisher ab.
Radio Aktiv 106.5 FM, das Echternacher Radio




